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Die Jeckes. Deutsche Juden aus Israel erzählen
Herausgegeben von Laurence Weinbaum, Colin McPherson, und Gideon Greif
Buch-Info
Juni 2000. Böhlau Verlag, Köln.
Gebundene Ausgabe 368 Seiten, 100 s/w Abbildungen.
Preis: DM 58,00 EUR 29,65
ISBN 3412115991
Kurzbeschreibung
Dieses Buch erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Gruppe von
Menschen: der Jeckes - der deutschen Juden in Israel.
In Interviews und Fotografien zeichnet es die Geschichte von etwa achtzig
deutschen Juden nach, die zwischen 1933 und 1939 vor den Verfolgungen der
Nazis aus Deutschland geflohen und in Israel eine neue Heimat gefunden haben.
Sie erlebten die Zeit
der Gründung des jungen Staates mit allen Härten wie Armut, Krankheit
und gesellschaftlichen Unruhen. Zugleich waren sie noch tief geprägt von der
Kultur und Bildung ihres ehemaligen Heimatlandes. Am Ende des turbulenten
20. Jahrhunderts, verbrachten die letzten Jeckes ihren Lebensabend in den Kibbuzim
und landwirtschaftlichen Siedlungen Israels, in Altersheimen oder in den
städtischen Appartements von Tel Aviv, Haifa und Jerusalem, die sie seit
ihrer Ankunft im "Mandat Palästina" bewohnten und die immer noch
mustergültig eingerichtet sind mit den Kunstwerken und Möbeln,
die sie auf ihrer abenteuerlichen Flucht aus Deutschland mitgebracht hatten.
Die Zeitzeugen
Ruth Bernheim
Ruth Bernheim wurde im Jahre 1912 in Fürth/Bayern geboren. Sie ist im
September 1939 zusammen mit ihrem Mann nach Palästina ausgewandert. In Beit
Jitzhak hat das Ehepaar einen landwirtschaftlichen Meschek gegründet.
"Wir wußten, daß wir nach Beith Jitzhak gehen sollen, und die Vertreter haben
uns dann auch hingenommen und uns Land gezeigt, auf dem nichts war, nur da
oben, wo jetzt der Wasserturm ist, standen zwei Tonnen mit Wasser. Und sie
sagten uns, daß wir hier oder dort oder da in der Mitte einen Meschek haben
können. Wir haben nichts verstanden, sagten uns aber, daß, wenn wir gerade
hier stehen, wir eben hier bleiben. Wir haben immer gedacht, daß es in
Palästina nur Wüste gäbe, und was wir gesehen haben waren Orangenbäume. Also
genau das Gegenteil von dem, was wir erwartet haben.
Dann fingen die Sorgen an, wie man mit dem täglichen Leben fertig wird. Ich
habe gelernt, wie man Kartoffeln anpflanzt und dergleichen und vor allem, daß
es allen schlecht ging. Die Gemeinschaft war eine deutsche, und wir haben uns
sehr schnell zusammengeschlossen und wir halten heute noch alle zusammen. Es
waren 100 Prozent nur Jeckes dort. Wir waren wirklich wie eine große Familie.
Abends haben wir zusammen gesessen, alle jüdischen Feste zusammen gefeiert,
es war eigentlich ein Zuhause - von Anfang an."
Louis Rosenstrauch
Louis Rosenstrauch wurde im Jahre 1902 in Schönlanke/Pommern geboren. 1937
wanderte er mit seiner Frau nach Palästina aus, und lebte in Tel Aviv. Herr
Rosenstrauch ist im Jahre 1998 gestorben.
"Meine Frau möchte am liebsten, daß wir nicht mehr nach Deutschland fahren,
denn sie hat alle dort verloren. Die ganze Familie ist ungekommen. Ich bin
mit meiner Mutter und meinem Bruder ausgewandert, und meine Familie wurde
gerettet, bis auf ein paar Onkel.
Ich habe natürlich den Deutschen gegenüber negative Gefühle, denn sie haben
uns zu viel angetan."
Die Herausgeber
Laurence Weinbaum ist Historiker und arbeitet in Jerusalem für den Jüdischen
Weltkongreß. Gideon Greif ist Mitarbeiter des Forschungsinstituts und
Pädagogischen Zentrums an der Gedenkstätte Yad Vashem. Zusammen mit dem
Journalisten und Fotografen Colin McPherson starteten sie 1994 ein Projekt,
um das Leben deutscher Juden in Israel zu dokumentieren.
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